Richard III.
Aus dem Englischen von Thomas Brasch, in einer Bearbeitung von Staffan Valdemar Holm und Benedikte Hammershøy Nielsen
Repertoire
Dauer: 3 Stunden - eine Pause
- Rainer Galke / Richard, Herzog von Gloucester, später Richard III.
- Moritz Löwe / Sir Robert Brakenbury, Kommandant des Towers / Lord Rivers / Sir William Catesby / Erzbischof von York / Richard II. / Henry VI.
- Taner Sahintürk / George, Herzog von Clarence / Lord Hastings, Lordkanzler / Ein Bote / Sir James Tyrrell / Sheriff Wiltshire / Sir James Blunt / Priester / Sargträger
- Patrizia Wapinska / Lady Anne
- Claudia Hübbecker / Königin Elisabeth
- Dirk Ossig / Lord Grey / Lord Stanley / Erster Mörder / König Edward IV. / Richard, Herzog von York / Bürgermeister von London / Titania
- Jonas Anders / Marquis von Dorset / Zweiter Mörder / Sir Richard Ratcliffe / Edward, Prinz von Wales / Ein Page / Richmond, später Henry VII. / Priester / Sargträger
- Florian Jahr / Herzog von Buckingham
- Karin Pfammatter / Königin Margaret
- Manuela Alphons / Herzogin von York

Richard von Gloucester ist nicht nur der blutrünstigste von Shakespeares königlichen Mördern, sondern zugleich auch einer der schwarzhumorigsten Entertainer und Verstellungskünstler, der je eine Theaterbühne betreten hat. Durch Hinkefuß und Buckel von Natur aus missgebildet, will er den körperlichen Mangel durch Macht kompensieren. Richard hat sich ein Ziel gesetzt: Er will König werden. Zur Verwirklichung seines Plans beseitigt er skrupellos – ungeachtet verwandtschaftlicher Bindungen und loyaler Ergebenheiten – all jene, die vor ihm einen dynastischen Anspruch auf den Königsthron haben.
Wie ein Chamäleon politischen Strategentums beherrscht er virtuos das Spiel mit den Winkelzügen der Macht. Überredungskunst, Schauspielerei und rhetorisch brillanter Witz sind ihm dabei Vehikel, die politische Bühne als Gaukelbühne seines unaufhaltsamen Aufstiegs zu nutzen, um auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn das Königreich gegen ein Pferd zu verschleudern. Shakespeares Richard III. bezieht sich auf den historischen Hintergrund der Rosenkriege als Folie für eine radikale Analyse politischer Herrschafts- und Gewaltverhältnisse, hinter denen die menschlichen Triebfedern der Macht offengelegt werden. Kaum ein anderes Stück des Dichters erklärt das Theater selbst auf solch hervorgehobene Weise zum Gegenstand des Textes, als Prinzip, das dem Politischen innewohnt. Der Zuschauer wird regelrecht zum Komplizen des scharfzüngigen schwarzen Komödianten in einem doppelbödigen Spiel, in dem politische Bühne und Theaterbühne zusammenfallen.
Die Produktion von Richard III. basiert auf Staffan Valdemar Holms Kopenhagener Konzept von 2009 und wird mit Schauspielern aus dem Düsseldorfer Ensemble neu- und weiterentwickelt. Die ursprünglich für den 24. März vorgesehene Inszenierung von Kafkas Roman Der Prozess ist unter Berücksichtigung eines hochkomplexen, bilderreichen Regiekonzepts, der Sanierungsverzögerung und des Stückwechsels von Die Verhaftung (Kleines Haus) zu Marija (Grosses Haus) in der laufenden Saison leider nicht realisierbar. Andrej Mogutschis Der Prozess wird nun im September die Spielzeit 2012/13 eröffnen.
Die Darsteller verlassen nie die Bühne, sondern warten auf Stühlen und treten einfach vor, wenn sie an der Reihe sind. Man kennt ein solches Theater des "leeren Raums" hier am Rhein von Jürgen Gosch. Hoch anzurechnen ist dieser Inszenierung, dass sie nicht mit irgendwelchen gewaltsamen Analogien und Fremdtexten behelligt. Nur leise gesungene Lieder kommentieren die Handlung. Man ist dankbar, dass Richard hier weder Bush noch Putin, noch Berlusconi ist, dass die Rosenkriege nicht in Afghanistan und auch nicht an der Börse stattfinden. Die Welt, 26.3.12
Holms Regiekonzept zeigt großes Schauspielertheater. Die zehn Darsteller sind zu jeder Zeit auf der zu drei Seiten geschlossenen Bühne. Viele von ihnen spielen mehrere Rollen, sterben als der eine und morden als der andere. Das hat seinen Reiz. Auch Rainer Galke nimmt man das vielschichtige Monster ab. WZ, 26.3.12
Diesen Richard spielt Rainer Galke als Narr der Macht. Galkes Richard verkneift sich keinen zynischen Witz, und er erkennt auch das bizarre Humorpotenzial des Massenschlachtens. Nicht umsonst hat gerade diese blutrünstig komische Seite des shakespeareschen Schaffens später Meister des Absurden wie Ionesco angeregt. Körperlich ist Richard an diesem Hof schon durch seine Stämmigkeit herausgehoben. Die Behinderung deutet er nur durch seinen gelegentlich hinkenden Gang und einen grotesk hochgezogenen Arm an. Die Welt, 26.3.12
Rainer Galke spielt einen massigen Herzog von Gloucester als täuschungsbereiten Schausteller und intriganten Schmeichler, er spielt lässig und vor allem schlau auf der Klaviatur von tränenreich bis loyal, von machthungrig bis jähzornig. Er kann in zig verschiedenen Arten lächeln oder grinsen; den hinkenden Gang und die hochgezogene Schulter setzt er dagegen nur manchmal ein, das sind dann seine ehrlicheren Momente; sie sind selten. Deutschlandfunk, 26.3.12
- Premiere
24. März, 19.30 Uhr
- 30. Mai, 19.30 Uhr
- 4. Juni, 19.30 Uhr
- 9. Juni, 19.30 Uhr
- 22. Juni, 19.30 Uhr
- 28. Juni, 19.30 Uhr
- 19. Mai, 19.30 Uhr
- 18. Mai, 19.30 Uhr
- 15. Mai, 19.30 Uhr
- 6. Mai, 18.00 Uhr
- 29. April, 19.30 Uhr
- 24. April, 19.30 Uhr
- 21. April, 19.30 Uhr
- 16. April, 19.30 Uhr
- 7. April, 19.30 Uhr
- 31. März, 19.30 Uhr
- 30. März, 19.30 Uhr
- 28. März, 19.30 Uhr
- 25. März, 19.30 Uhr
- 24. März, 19.30 Uhr
- 21. März, 19.30 Uhr















