Medea

Nach Franz Grillparzer

Ab 16 Jahren

Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten - keine Pause


Besetzung / Team
Mit
Dramaturgie
Stücktrailer: Medea

Kurzinhalt
Die Geschichte einer Außenseiterin: Nachdem Jason und Medea für ihre heiß entflammte Liebe über Leichen gegangen sind, stehen die Königskinder allein und aus der Heimat verbannt da. Aus ihrer abenteuerlichen Flucht entwickelt sich ein schmerzhaftes Beziehungsdrama, in dem Erinnerung und Gegenwart, Heimat und Fremde gegeneinander aufgerechnet werden.

Inhalt

Was ist, wenn da jemand auftaucht in der Heimat / jetzt Fremde; wenn man sich in ihn, den Fremden / jetzt Ehemann, so heiß und innig verliebt, dass einem alles andere gleichgültig wird und man für und mit ihm alles verrät und verlässt: Familie, Kindheit, Heimat; dass man ihm folgt in die Fremde, die, sobald man dort eingetroffen – beansprucht, Heimat zu sein, doch kalt ist und abweisend und fordernd; und dort der, der einem alles war, alles ersetzte, was vorher Heimat ausmachte, zum Fremden wird?
Jason zuliebe hat Medea Vater und Bruder verraten, ihm zuliebe ihre Heimat verlassen. Schutzsuchend gelangt das heimatlose Paar mit seinen beiden Kindern an den Hof des Königs Kreon, dessen Tochter Kreusa Jason einst sehr nahe stand. Kreon gewährt ihnen das Gastrecht, verfolgt dabei aber ganz eigene Absichten. Als die beiden Flüchtlinge öffentlich angeklagt werden, scheint der Moment gekommen, die unliebsame Fremde Medea für immer loszuwerden. Doch Medeas hasserfüllte Rache ist so blutrünstig wie ihre vorhergehenden Taten aus Liebe zu Jason leidenschaftlich waren.

Sarantos Zervoulakos erzählt die archaische Geschichte der wohl berühmtesten Kindermörderin als Geschichte einer grenzenlosen Überforderung, die in dem verzweifelten Versuch gipfelt, durch die radikalste aller Handlungen Vergangenheit und eigene Geschichte ungeschehen zu machen.

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Pressestimmen
Theater für die Jugend muss nicht anders sein als für Erwachsene, es muss nur davon handeln, was Jugendliche beschäftigt. Sarantos Zervoulakos tritt an, dieses Bekenntnis zum anspruchsvollen Jugendtheater in der Praxis zu beweisen - mit Schauspielern, die für ihre Sache glühen.

Die Inszenierung konzentriert sich dann ganz auf Emotionen und Konflikte, die junge Menschen bewegen. Sarantos Zervoulakos erzählt vom Scheitern einer Außenseiterin, vom Mobbing einer jungen Frau, deren Kultur nichts gilt im neuen Land. Medea ist groß, impulsiv, laut. Stefanie Reinsperger spielt das packend, wuchtig, ohne ihre Medea je der Lächerlichkeit preiszugeben. Denn ihre Figur ist auch stolz. Wenn sie mit ihrer Widersacherin, der feinen Griechin Kreusa, das Lyra-Gezupfe übt, dann schluckt sie deren mitleidig herablassende Belehrungen. Doch irgendwann greift Medea in die Saiten wie eine Rock-Lady, lässt ihren Gefühlen freien Lauf. Da kann die dressierte Kreusa nicht mithalten. Gespielt wird die griechische Königstochter, die Jason bekommen soll und auch noch die Kinder von Medea, von Janina Sachau. Die kann grazil sein, sanft, aber eben auch zäh, biestig und so fesselt das Aufeinandertreffen dieser konträren Frauentypen.

Dazu ist dieses Stück ein Ehedrama. Es erzählt von einer Liebe, die auf kulturelle Unterschiede, auf Warnungen und Vorbehalte nichts geben wollte und doch zerbricht. Zurückgekehrt in die Heimat ist Jason (mit zornigem Elan gespielt von Aleksandar Tesla) seine Medea peinlich. Auch dieses Erkalten von Liebe, das Scheitern romantischer Entwürfe und das Ringen um Loyalität sind jugendliche Themen im alten Stoff.

Zervoulakos hat er keine Version in junger Sprache schreiben lassen, sondern stellt tatsächlich Grillparzer auf die Bühne. Das ist eine Herausforderung, denn Grillparzers Verse sind nicht gerade lockerer Rap; sie verlangen Konzentration, junge Zuschauer werden sich manch altmodisches Wort durch den Kontext erschließen müssen.

Als es noch dunkel ist, treten vier Schauspieler an die Bühne, richten einen riesigen Rahmen auf, der mit weißer Plastikfolie bespannt ist. In die Senkrechte gebracht, schaukeln die Darsteller den Rahmen sacht, die Folie bläht sich wie ein Segel, rauscht wie das Meer. Ansonsten ist es still im Raum. Es wird hell und wieder dunkel, dann ist das Schiff an Land. So einfach kann Theater von der langen Irrfahrt der Medea und des Jason über das Schwarze Meer erzählen. Rheinische Post, 22.10.2011
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Junges Schauspielhaus – Münsterstraße 446
  • Premiere
    20. Oktober, 19.00 Uhr
     
Daten Archiv
  • 2. Juli, 19.00 Uhr
  • 5. Mai, 19.00 Uhr
  • 17. April, 19.00 Uhr
  • 10. März, 19.00 Uhr
  • 3. März, 19.00 Uhr
  • 1. März, 19.00 Uhr
  • 23. Februar, 19.00 Uhr
  • 22. Februar, 19.00 Uhr
  • 4. Februar, 19.00 Uhr
  • 17. Januar, 11.00 Uhr
  • 16. Januar, 11.00 Uhr
  • 14. Januar, 19.00 Uhr
  • 18. Dezember, 19.00 Uhr
  • 17. Dezember, 19.00 Uhr
  • 16. Dezember, 19.00 Uhr
  • 14. Dezember, 11.00 Uhr
  • 13. Dezember, 11.00 Uhr
  • 30. November, 19.00 Uhr
  • 29. November, 19.00 Uhr
  • 12. November, 19.00 Uhr
  • 11. November, 11.00 Uhr
  • 9. November, 11.00 Uhr
  • 8. November, 19.00 Uhr
  • 3. November, 19.00 Uhr
  • 29. Oktober, 19.00 Uhr
  • 22. Oktober, 19.00 Uhr
  • 21. Oktober, 19.00 Uhr
  • 20. Oktober, 19.00 Uhr