Intendant Staffan Valdemar Holm stellt Spielzeit 2012/2013 vor
Generalintendant Staffan Valdemar Holm setzt auch in seiner zweiten Spielzeit auf Vielfalt und Internationalität: Insgesamt 22 Neuproduktionen an vier verschiedenen Spielorten (Großes Haus, Kleines Haus, Central, Junges Schauspielhaus) sind für die Spielzeit 2012/2013 geplant, darunter fünf Uraufführungen und eine Deutsche Erstaufführung. 16 Produktionen der laufenden Spielzeit werden ins Repertoire übernommen.
Die Spielzeit eröffnet am 15. September mit Der Prozess nach Franz Kafka in der Inszenierung des russischen Regisseurs Andrej Mogutschi. Intendant Holm inszeniert Henrik Ibsens Peer Gynt (2.3.13). Die Pläne der Hausregisseure: Falk Richter erarbeitet ein Büchner-Projekt (20.10.12), Nora Schlocker inszeniert Shakespeares Wie es euch gefällt (12.1.13) und am Jungen Schauspielhaus E.T.A. Hoffmanns Das fremde Kind (23.5.13) und Nurkan Erpulat Worringer Schlachten (Februar 2013) sowie Ödön von Horváths Kasimir und Karoline (18.5.13). Ihre in dieser Spielzeit begonnene Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus setzen die Regisseure Kevin Rittberger, Markus Bothe, Marco Storman und Ines Habich in 2012/13 fort. Exemplarisch für die kommende Saison seien die Regisseure Sebastian Baumgarten, Schorsch Kamerun, Kris Verdonck und Oliver Reese genannt.
Für die kommenden zwei Spielzeiten beherbergt das Düsseldorfer Schauspielhaus das junge Performance-Kollektiv vorschlag:hammer als Artists in Residence - großzügig unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes.
Eine Vielzahl von Projekten und Reihen ergänzen die 22 Neuproduktionen und laden Besucher oder Theaterinteressierte zum Kennenlernen und Austausch ein. Die Kunst-Debatten-Reihe Enthusiasm von Kevin Rittberger, Stefan Schneider und Ludwig Haugk entwickelt sich weiter. Es gibt wieder die Zuschauerkonferenzen, diesmal sogar zwei. Im Jungen Schauspielhaus werden die Projekte Verschwende deine Ferien!, Treibhaus und Szene TH fortgesetzt.
Alte und neue Abonnenten können ab sofort Karten (in Form von Abos) erwerben. Der reguläre Kartenvorverkauf beginnt am 13. August 2012.
Hier können Sie in der Spielzeitvorschau 2012/2013 blättern:
Das Spielzeitvorschaubuch 2012/2013 ist hier als PDF herunterladbar.
Hier können Sie den Saalplan Großes Haus als PDF herunterladen.
Hier können Sie den Abo-Bestellschein als PDF herunterladen.
Volker Canaris
Trauer um Volker Canaris (1986 bis 1996 Generalintendant am Düsseldorfer Schauspielhaus). In Gedenken veranstaltet das Düsseldorfer Schauspielhaus am Sonntag, 10. Juni um 13 Uhr eine Erinnerungsmatinee . Eintritt frei.
Hier der Nachruf der Rheinischen Post
Spielplanänderung
Statt der geplanten Premiere von Andrej Mogutschis Dramatisierung von Franz Kafkas Roman Der Prozess hat nun William Shakespeares Richard III. in der Regie von Intendant Staffan Valdemar Holm am 24. März 2012 im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses Premiere. Die Produktion Richard III. basiert auf dem Kopenhagener Grundkonzept von 2009 und wird mit Schauspielern des Düsseldorfer Ensembles neu- und weiterentwickelt. Der Prozess in der Inszenierung von Andrej Mogutschi wird im September die Spielzeit 2012/13 eröffnen. Die Neuproduktion des russischen Regisseurs war unter Berücksichtigung eines hochkomplexen, bilderreichen Regiekonzepts, der Sanierungsverzögerung und des Stückwechsels von Die Verhaftung zu Marija in der laufenden Saison leider nicht mehr realisierbar.
Intendant zieht Halbzeit-Bilanz in der Rheinischen Post
RP, 26.1.12
"Theater braucht eine neue Spielkultur"
Düsseldorf (RP). Der neue Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses Staffan Valdemar Holm hat mit 15 Premieren und einem Gastspiel-Festival den Einstieg hinter sich. Der Schwede fühlt sich wohl am Rhein, doch die Kritiker - so lautet seine Bilanz - müssten seine Handschrift erst noch kennen lernen.
VON DOROTHEE KRINGS
Sie hatten durch den langwierigen Umbau des Großen Hauses einen schwierigen Start – wann hatten Sie das Gefühl, in Düsseldorf angekommen zu sein?
Holm Gar nicht, ich bin noch nie irgendwo angekommen. Das hat mit meinem Beruf zu tun, man muss als Theatermensch vagabundieren. Ich bin nicht zuhause in Düsseldorf, aber ich fühle mich dort wohl.
Sie versuchen nun als Intendant, Theater zu zeigen, das sich auf den Text und die Schauspielkunst besinnt. Von der Kritik ist das durchwachsen aufgenommen worden. Fühlen Sie sich unverstanden?
Holm Die Kritiker müssen meine Handschrift erst kennen lernen. Es gibt bei manchen eine Blindheit für alles, was im Innenleben von Figuren geschieht, das glaube ich schon. Die Rezensenten interessieren sich mehr für die äußere Form. Aber auf der Bühne kommt alles von Innen. Deutschland hat jetzt etwa 30 Jahre postdramatisches Theater hinter sich. Die Provokation ist Konvention geworden. Jetzt geht es darum, sich wieder auf das Spiel und die Sprache zu konzentrieren. Das ist nicht konservativ, das ist radikal.
Wie würden Sie denn die Handschrift charakterisieren, für die das Düsseldorfer Schauspielhaus unter Ihrer Leitung stehen soll?
Holm Man kann diese Frage schwer beantworten, wenn man nicht nur eine Floskel dahinsagen will. In Düsseldorf gibt es keine vielfältige Theaterlandschaft wie in Berlin. Darum darf das Theater hier nicht nur einen Stil zeigen, sondern muss Vielfalt in ein Haus holen. Ich versuche also nicht, eine Handschrift zu etablieren, aber einen Geist: das Streben nach Exzellenz.
Sie haben in Theatern in ganz Europa inszeniert. Eine dieser Arbeiten bringen sie jetzt aus Serbien nach Düsseldorf: Euripides "Bakchen" mit dem Belgrader Nationaltheater. Warum dieses Gastspiel?
Holm Belgrad wurde 1999 im Jugoslawienkrieg bombardiert. Die Schauspieler haben das mitgemacht. Sie haben erlebt, wie sich ihre Welt in kurzer Zeit fundamental verändert hat. Und genau darum geht es in den "Bakchen"...
Eva Böttcher
Das Düsseldorfer Schauspielhaus trauert um Eva Böttcher
(1956 bis 2004 festes Mitglied des Schauspielensembles und regelmäßiger Gast)
Hier der Nachruf der Rheinischen Post
Axel Kollar
Das Düsseldorfer Schauspielhaus trauert um Prof. Dr. Axel Kollar. Er engagierte sich mit großer Leidenschaft für die Belange des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Theaterkunst. In den letzten fünf Jahre auch in der Funktion als Vorsitzender der Freunde des Schauspielhauses. Wir haben mit ihm einen großen Vermittler zwischen Publikum und Theater verloren. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und werden sein Wirken in Erinnerung bewahren. Der Familie und den Angehörigen gilt unser Mitgefühl.
Hier der Nachruf der Rheinischen Post
Auftakt Talkreihe Gebrochen Deutsch mit Intendant Staffan Valdemar Holm als Moderator
Im Düsseldorfer Schauspielhaus treffen sich allmonatlich Zugezogene zum Gespräch über die Stadt. Derart ungezwungene Liebeserklärungen hat sie lange nicht mehr vernommen. „Gebrochenes Deutsch“ wird dabei gesprochen, und auch wenn dieser Titel zum Auftakt immer wieder kokett zu funkeln begann, passte er doch, da hier, öfter mal nach der passenden Formulierung suchend, keine seichte Talkshow-Routine rundlief. Gerade mal eine Inszenierung hat Holm bisher gezeigt und doch den Düsseldorfern mit einer kleinen, uneitlen und sympathisch holprigen Abendunterhaltung bereits nahegebracht, ihre Stadt mit anderen Augen zu sehen.
Hier die gesamte FAZ-Besprechung
SVH über den Start
"Das bin alles ich" - Intendant Staffan Valdemar Holm im Gespräch mit der WAMS über aufdringliche Regisseure, Plakatkunst und Jürgen Goschs Radikalismus: Die Welt, 13.11.2011
Pressestimmen zum Auftakt
Kurz vor Mitternacht, als niemand mehr mit so einem Auftritt rechnete, trat der nicht sehr große Mann an das Mikrofon, um ein paar Worte in die akustische Katastrophe zu senden, die sich das Foyer seines neuen Hauses nennt. "Hallo?", rief der Mann mit den kurzen, leicht ergrauten Haaren und der Hornbrille, der sich für diesen seinen Tag eine graue Hose von Martin Margiela zum weißen T-Shirt und schwarzen Jackett angezogen hatte. Warten. "Hallo!" Stille. "Jetzt sind wir hier." Pause. "Endlich." Der Applaus, der aufbrandete, galt natürlich ihm, Staffan Valdemar Holm, 52, dem neuen Intendanten, aber noch mehr der Tatsache, dass das Düsseldorfer Schauspielhaus nach Sanierung und Umbau am Nachmittag noch fertig geworden ist. Für das Projekt Neuanfang - mit drei Wochen Verspätung ... Was bleibt, ist eine nüchterne Inszenierung, die alles Politische ausblendet. Die aber auch zeigt, dass da ein Theater Potential hat. FAS, 7.11.11
Das Schauspielhaus Düsseldorf hat einen neuen Intendanten, und woran erkennt man ihn im aufgeregten Premierengewimmel in dem kein bisschen einladender gewordenen Foyer des Hauses? An dem Understatement, mit dem sich Staffan Valdemar Holm für seinen großen Tag gekleidet hat – weißes T-Shirt unter lässigem dunklem Jackett –, und mit dem er sich komplett unwichtigtuerisch durch die sich sehr viel wichtiger gebende Menge bewegt. Tout Düsseldorf ist gekommen, um den 53-jährigen Schweden, der das Theater wieder auf Vordermann bringen soll, in Augenschein zu nehmen, von den Vertretern der Politik über die Barone der Kunstszene bis hin zu den Königen der Kö’, den Eickhoffs, den Hornemanns und wie sie alle heißen. Noch kennt ihn kaum einer in der Stadt, und überhaupt ist Staffan Valdemar Holm in Deutschland ein noch unbeschriebenes Blatt. Holms Berufung war eine Überraschung, diesen Mann hatte niemand auf der Rechnung. Umso genauer schauen jetzt alle hin. SZ, 7.11.11
Es ist ein Fest. Eine Freude. Und eine Ehre. Denn die Einwohner der reichsten, der schuldenfreiesten Stadt der Nation drängeln sich massenhaft vor dem Schalter, auf dem "Ehrenkarten" steht. Das Düsseldorfer Schauspielhaus, äußerlich das verbunkertste der Nation, öffnet nach Jahren der Renovierung wieder seine Pforten. Bis kurz vor Premierenbeginn werkeln noch die Putzkolonnen. Aber auf der Foyer-Empore schmettert ein Fanfarenzug eine stolz sich blähende Prunkmusik, als gebe die uniformierte provinzielle Blasmusikvereinsmeierei dem modischen Weltstadttheatergehabe erst die richtige Weihe. Ein neuer weltläufiger Intendant ist auch da: Staffan Valdemar Holm aus Stockholm. Er inszeniert zur Eröffnung Shakespeares "Hamlet". Und jetzt, da alle Welt da ist, würde man sehen wollen, was das Theater der Welt zu sagen hätte. FAZ, 7.11.11
Die Abkehr von der Interpretation scheint beim Blick auf die Eröffnungspremieren ein Charakterzug des neuen Düsseldorfer Schauspiels zu sein. Vielleicht ist diese Ballung interpretationsfreier Abende Zufall. Aber sie könnte auch einen Trend beschreiben, hin zu einem Theater, das sich als purer Kunstraum definiert, ohne sich ständig die Frage nach Relevanz zu stellen. Damit hängt die Latte allerdings sehr hoch. Denn so muss jede Aufführung eine Welt entwerfen, die in sich schlüssig wirkt. Immerhin hat Staffan Valdemar Holm seinen Einstand im schwierig zu bespielenden großen Haus vor einem mehr als anspruchsvollen Düsseldorfer Publikum nicht vergeigt. Die Welt, 8.11.11
Viel Potential, aber noch keine Höhepunkte - das ist die Bilanz der Düsseldorfer Eröffnung. Und einige spannende Produktionen im Jungen Schauspielhaus, vor allem die Romanadaption des heftigen Romans "Nichts" der Dänin Janne Teller. Emotionales Erzähltheater über Jugendliche, die es nicht ertragen können, dass ein Mitschüler den Sinn ihres Lebens in Frage stellt. Das Gewicht liegt auf den Schauspielern, nicht auf Regiekonzepten. Mit seinen ersten Premieren positioniert sich Düsseldorf außerhalb des Mainstreams. Was spannend werden könnte. Deutschlandradio, 6.11.11
Die Düsseldorfer Intendanz des Schweden Staffan Valdemar Holm ist kaum vier Stücke alt. Mit Nora Schlockers Arbeit bestätigt sich die bislang erkennbare Linie: mätzchenfreies Schauspielertheater, Affekte statt Effekten. Die Welt, 10.11.11
Holm scheint die Tradition der Berliner Schaubühne zu beschwören, wo er in den Achtzigern assistierte und aus deren Geschichte er wesentliche Teile seines Teams rekrutiert. Schauspiel-Granden wie Imogen Kogge, Hans Diehl, Werner Rehm oder Udo Samel treten jetzt in Düsseldorf auf, und den Saisonhöhepunkt markiert die Gastregie von Andrea Breth im Januar. Avantgardistische Impulse gingen bisher nicht von hier aus. Im besten Fall entsteht sehr gutes Schauspielertheater. … So herrscht allenthalben Gediegenheit im Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz. Staffan Valdemar Holm scheint nach wenigen Wochen schon reibungsloser in Düsseldorf angekommen zu sein, als es sich das Schauspielhaus wünschen sollte. SZ, 26.11.11
Premieren im Zeitplan
Eröffnung Großes Haus mit Hamlet am 4. November 2011
Das Theater ist eine nie endende Baustelle. Wenn eine Produktion Premiere hat, wird hinter den Kulissen schon an der nächsten gearbeitet. Seit Juli 2010 ist ein Teil des Hauses wieder eingerüstet: Im Zuge der Asbestbereinigung musste der Zuschauerraum des Großen Hauses komplett entkernt werden. Der 12,8 Mio Euro teure Umbau zu einem schadstofffreien, denkmalgerecht sanierten, akustisch verbesserten und (endlich) barrierefreien Theaterraum gestaltet sich kompliziert. Anfang September 2011 ist klar: Verzögerungen bei der Wiederherstellung der Raumschale machen die für den 14. Oktober geplante Eröffnung des Großen Hauses mit Hamlet, dem Stück der Stücke, unmöglich – ein Schock für alle: Leitung, Schauspieler, Regisseure, Mitarbeiter, Angestellte. Aber Theaterleute sind im gleichen Maß Träumer wie Pragmatiker. Für Künstler und Bauarbeiter heißt es: Don’t cry, work. Drei von acht Premieren mussten jeweils um ca. eine bis drei Wochen verschoben werden. Dieser Plan kann gehalten werden, das Baugerüst ist bereits im Abbau, der neue Teppich an manchen Stellen schon ausgerollt. Wahrscheinlich wird dennoch bis zur letzten Minute des 4. Novembers gebohrt und gehämmert: Voller Energie freut sich das Düsseldorfer Schauspielhaus auf sein Publikum.
Explosives Material und auch Zuckerwatte
Auftakt und Neustart am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Jungen Schauspielhaus: Ab 13. Oktober 2011 starten die Regisseure Marco Štorman, Falk Richter und Marie-Louise Bischofberger die neue Spielzeit am Düsseldorfer Schauspielhaus. Am 4. November (statt am 14. Oktober, wie ursprünglich geplant) folgt der neue Generalintendant Staffan Valdemar Holm, seine Inszenierung von Hamlet eröffnet den frisch renovierten Zuschauerraum im Großen Haus am Gustaf-Gründgens-Platz. Es folgt am 6. November eine Regiearbeit der neuen Hausregisseurin Nora Schlocker.
Insgesamt werden sieben Neuproduktionen präsentiert, drei davon am Jungen Schauspielhaus unter der neuen Künstlerischen Leitung von Barbara Kantel, eingerahmt von dem Theaterfestival Willkommen! und dem australischen Performance-Projekt The Democratic Set.
The Democratic Set der australischen Theatergruppe Back to Back Theatre unter der Leitung von Bruce Gladwin lädt alle Düsseldorfer ein, selbst Teil des Auftakts zu werden. Es entsteht ein Film, der am 6. November 2011 im Rahmen des Willkommen! Festivals uraufgeführt wird. Anmeldung ab sofort. Information und Anmeldung bei Julius Metzger, Telefon: 0211.85 23 137 (10 bis 15 Uhr) oder: democratic.set@duesseldorfer-schauspielhaus.de
Am 25. Oktober 2011 beginnt Willkommen! - ein dreizehntägiges Theaterfestival mit sechs Gastspielen aus vier Ländern. Gezeigt werden frühere Produktionen der neuen Hausregisseure ebenso wie Arbeiten von Theatermachern, die dem Haus verbunden sind. Nähere Informationen unter Stücke A-Z.
























