William Shakespeares Hamlet hat seit über 400 Jahren nichts von seiner Faszination und Aktualität für Theatermacher und Zuschauer eingebüßt. Es ist ohne Zweifel das meistgespielte Theaterstück der Weltliteratur. Einzelne Aspekte des Dramas sind überzeitlich, andere lassen sich immer wieder auf zeitgenössische Kontexte übertragen.
Das Theatermuseum Düsseldorf macht in seiner Ausstellung die Möglichkeiten anschaulich, die das heutige Theater hat, Hamlet auf der Bühne umzusetzen. In enger Kooperation mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus nimmt die Ausstellung die aktuelle Inszenierung Staffan Valdemar Holms zum Ausgangspunkt, um die künstlerischen Entscheidungsprozesse erfahrbar und nachvollziehbar zu machen. Schritt für Schritt folgen die Ausstellungsbesucher dem Regisseur und seinem Ensemble bei der Arbeit am Stück und dringen selbst immer tiefer in die Handlung von Hamlet ein.
Dabei wird die aktuelle Inszenierung durch Einblicke in Regiearbeiten von Gustaf Gründgens, Karl Heinz Stroux, Peter Zadek, Hans Günther Heyme oder Jürgen Gosch kontrastiert. Ausgewählte Beispiele, wie u.a. die Inszenierung von Heiner Müller oder Christoph Schlingensief, zeigen die vergangene wie gegenwärtige politische Vereinnahmungen des Dramas.
Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf
Jägerhofstraße 1, 40479 Düsseldorf
Dienstag bis Sonntag 13 bis 20.30 Uhr
Telefon: 0211.89 96 130 (ab 13 Uhr)
www.duesseldorf.de/theatermuseum
Freier Eintritt in die Ausstellung mit einer gültigen Eintrittskarte des Düsseldorfer Schauspielhauses.
Museum für Zuschaukunst. Die Ausstellungsplattform im Theatermuseum
Theater findet im Kopf seiner Zuschauer statt: Es definiert sich als lebendiger kommunikativer Prozess zwischen Zuschauer und Bühne. Bertolt Brecht hat neben der Schauspielkunst die Zuschaukunst zu einer der wichtigsten Künste des Theaters erklärt, die sich ebenso entwickeln und schulen lässt wie andere Künste. Mit seiner neuen Ausstellungsplattform Museum für Zuschaukunst gibt das Theatermuseum wechselnde Einblicke in Theaterarbeit und Theaterleben und fordert den Theaterbesucher auf, seine Theatererfahrung und –erinnerung auf die Probe zu stellen und sich sein eigenes Bild vom Theater zu schaffen. Lernen Sie Regisseure und Schauspieler, Sänger und Tänzer, Kostüm und Masken, Bild- und Raumkonzepte aus dem Theater der Welt in Vergangenheit und Gegenwart kennen. Daneben verschaffen Angebote auf der SiT – der Studiobühne im Theatermuseum – die Möglichkeit zur intensiven Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Theaterformen vom Puppentheater über das Erzähltheater bis zu modernen Theaterproduktionen. Interessierten Besuchern stehen nach Absprache die fachwissenschaftliche Bibliothek und das Archiv für gezielte Recherchen zur Verfügung.
Ausstellungen 2011/12
7. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012
Zertrümmerte Kunstwelt. Theater und Theaterbilder im 19. Jahrhundert
Die Düsseldorfer Theaterentwicklung des 19. Jahrhunderts verläuft in widersprüchlichen Entwicklungsschritten und spiegelt sich in der Theatergrafik der Düsseldorfer Malerschule.
Ab April 2012
Tell My Story. 400 Jahre Hamlet in Deutschland
Die Ausstellung verfolgt das Stück seit seiner deutschen Erstaufführung durch englische Schauspieler im 17. Jahrhundert und verknüpft die nationale mit der europäischen Theatergeschichte.

