Der erhobene Zeigefinger
Uraufgeführt von Theatergroep Max., Rotterdam / Aus dem Niederländischen von Petra Serwe
Ab 10 Jahren
Repertoire
Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten - keine Pause
- Natascha von Steiger
- Franziska Jacobsen
- Tamer Fahri Özgönenc / Klanggestaltung

Das Richtige und das Falsche. Wenn Kinder dabei sind, verhalten sich Erwachsene mit erhobenem Zeigefinger vernünftig und gerecht. Sie sagen immer die Wahrheit, wissen, was richtig und was falsch ist und bestimmen, was die Kinder machen, sagen, sehen dürfen und was nicht. Aber kaum sind die Erwachsenen unter sich, sieht alles anders aus: Sie streiten und lügen, verletzen sich gegenseitig und benehmen sich unmöglich und kindisch.
Der niederländische Autor und Regisseur Jetse Batelaan hat eine Performance für junge Menschen entwickelt, die vier Erwachsene von einer Seite zeigt, die Kindern eigentlich verborgen bleiben soll. Die Großen sind noch lange nicht so weit. Der erhobene Zeigefinger war in den Niederlanden ein Sensationserfolg und wurde auf zahlreichen internationalen Gastspielen gezeigt. Der junge Regisseur Daniel Cremer inszeniert das Stück mit Blick auf die Situation von Kindern und Eltern in Düsseldorf.
Jetse Batelaan, geboren 1978, hat mit seiner ungewöhnlichen Erzählweise in der niederländischen Tradition des Mime-Theaters, in der er mit untergründigem Humor die Spielarten des Theaters beleuchtet, sowohl in der heimischen Theaterszene, als auch international Erfolge gefeiert. Er arbeitet mit der Theatergroep Max. sowie mit dem RO Theater in Rotterdam, einer der größten Kompanien der Niederlande.
Der Regisseur bringt die Kinder im Zuschauerraum dazu, den Mund zu halten und sich zu konzentrieren. Dabei lautet die eigentliche Nachricht des Tages: Sagt eure Meinung, wo es nötig ist. WZ, 13.2.12
Ein Refugium für die Kleinen im heillosen städtischen Treiben der Großen hat sich in ein Schlachtfeld verwandelt. Damit gehört es alleine den vier Erwachsenen, die sich hier eines Nachmittags begegnen. Sarah (Simin Soraya), Rosa (Anna Kubin), Alex (Christian Ehrich) und Lukas (Emre Aksizoglu) sind zwar mit ihren Kindern gekommen, doch die bleiben von Anfang an unsichtbar. Dafür dürfen sich die Elternteile umso kindischer aufführen. Lukas will so schnell wie möglich zu einem Freund an die Playstation, erzählt seiner Tochter aber, dass er arbeiten muss. Rosa hat nicht nur eine halbe Sachbuch-Bibliothek für Kinder an den Sandkasten mitgebracht, sondern auch noch jede Menge Tupperdosen mit gesunden Snacks. Alex wartet eigentlich nur darauf, dass seine Ex endlich die behinderte Tochter abholt; und Sarah, seine neue Freundin, kann wiederum nur im Kommandoton mit ihrem Sohn sprechen. Lustvoll untergraben Daniel Cremer und sein Ensemble sämtliche Vorstellungen von elterlicher Autorität. Natürlich sind die Erwachsenen von A bis Z überzeichnet. Aber das spontane, von Improvisationen durchsetzte Spiel lässt Raum für kleine anrührende Augenblicke und liebevolle Anteilnahme. Auch sie sind nur Produkte ihres ganzen Umfelds. Allerdings ändert dies nichts an der Situation. Diese Erwachsenen machen so ziemlich alles falsch, was sie nur falsch machen können. So sind es die Kinder im Publikum, die sie schließlich zur Räson bringen müssen, mit drastischen Mittel, aber die gehören bei diesem Projekt nun einmal dazu. www.kulturkenner.de, 13.2.12
Das Stück breitet vor dem Publikum in nur eineinhalb Stunden treffsicher sämtliche Neurosen von Erwachsenen im Allgemeinen und von Eltern im Besonderen aus. Mit bitterbösem Humor zeichnet Cremer Typen zwischen Waldorf-Fanatismus und Fast-Food-Pädagogik, die sich um alle Mögliche scheren, nur nicht um ihre Kinder. WZ, 13.2.12
Im folgenden Gespräch erweisen sich die Kinder als pragmatische Kritiker. "Wenn man das gesehen hat, findet man seine eigenen Eltern ziemlich gut" fasst ein Mädchen treffend zusammen. NRZ, 14.2.12
- Premiere
12. Februar, 16.00 Uhr
- 20. Juni, 18.00 Uhr
- 21. Juni, 10.00 Uhr
- 22. Juni, 10.00 Uhr
- 7. Mai, 10.00 Uhr
- 6. Mai, 16.00 Uhr
- 24. April, 10.00 Uhr
- 16. April, 10.00 Uhr
- 14. April, 16.00 Uhr
- 8. April, 16.00 Uhr
- 8. März, 10.00 Uhr
- 7. März, 10.00 Uhr
- 6. März, 10.00 Uhr
- 28. Februar, 10.00 Uhr
- 27. Februar, 10.00 Uhr
- 26. Februar, 16.00 Uhr
- 15. Februar, 11.00 Uhr
- 12. Februar, 16.00 Uhr








