Pressestimmen zum Auftakt
Theater für die Jugend muss nicht anders sein als für Erwachsene, es muss nur davon handeln, was Jugendliche beschäftigt. Sarantos Zervoulakos tritt an, dieses Bekenntnis zum anspruchsvollen Jugendtheater in der Praxis zu beweisen - mit Schauspielern, die für ihre Sache glühen. RP, 22.10.11
Viel Potential, aber noch keine Höhepunkte - das ist die Bilanz der Düsseldorfer Eröffnung. Und einige spannende Produktionen im Jungen Schauspielhaus, vor allem die Romanadaption des heftigen Romans "Nichts" der Dänin Janne Teller. Emotionales Erzähltheater über Jugendliche, die es nicht ertragen können, dass ein Mitschüler den Sinn ihres Lebens in Frage stellt. Das Gewicht liegt auf den Schauspielern, nicht auf Regiekonzepten. Mit seinen ersten Premieren positioniert sich Düsseldorf außerhalb des Mainstreams. Was spannend werden könnte. Deutschlandradio, 6.11.11
Die ersten Wochen und fünf Premieren liegen hinter Staffan Valdemar Holm und seinem Team im Düsseldorfer Schauspielhaus. Wie steht das Theater nach dem Start da, wie lassen sich die künstlerischen Ergebnisse bewerten und einordnen? Ein Kritiker-Gespräch zum Bühnenstart. Ein Beitrag von Stefan Keim und Andreas.
Wilink: Im sogenannten Jugendtheater, zu dem Kollege Keim gleich noch etwas sagen wird, gab es eine Medea, die genauso gut ins Kleine Haus gepaßt hätte. Es gab eine wirklich großartige Medea. Eine eigentlich untypisch besetzte, eine etwas rubenshafte Erscheinung. Stefanie Reinsperger hat das ganz großartig gemacht, mit einer unglaublichen Emphase, einer emotionalen Kraft und Wirkungsmacht, die mich am meisten beeindruckt hat in der gesamten Auftaktserie.
Moderator: Staffan Valdemar Holm hat eine Neuerung in Düsseldorf eingeführt. Das Schauspielhaus und die Jugendbühne haben jetzt ein gemeinsames Ensemble. Was eine Aufwertung des Jungen Theaters bedeutet. Wie beurteilen Sie die?
Keim: Eine verdiente Aufwertung. Denn das Junge Schauspielhaus war in den letzten Jahren immer der Ort der Innovationen. Unter neuer Leitung mischt sich das Ensemble. Ich habe mit einigen Schauspielern sprechen können, die Spaß daran haben, die sich darauf freuen, auch mal diese Mühle zu machen und morgens und nachmittags vor Schülern zu spielen. Ich finde, es macht sehr deutlich, daß es nicht mehr Jugendtheater und Abendspieplan gibt – sondern einfach nur: Theater. Ich habe die Eröffnungspremiere gesehen. Das ist ein Roman, der jetzt auf sehr sehr viele Bühnen kommen wird. So eine Art Adaptionsrenner der Saison. Nichts heisst er, von einer dänischen Autorin, schon wieder Skandinavien, Janne Teller. Das ist eine wirklich harte und heftige Geschichte über das Erwachsenwerden. Auch die Spielweise ist interessant. Es ist völlig weg, dieses Jugendtheater, daß man da Illusionen machen will, oder dass man Rollen braucht. Es sind mehrere Rollen in einem Schauspieler zusammen geführt. Es ist ein erzählendes Theater, das eine große emotionale Kraft entwickelt. WDR3, Mosaik, 7.11.11
Theater sehen, Theater erfahren, Theater machen
Auftakt und Neustart am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Jungen Schauspielhaus: Ab 13. Oktober 2011 starten die Regisseure Marco Štorman, Falk Richter, Henner Kallmeyer, Sarantos Zervoulakos, Marie-Louise Bischofberger, Staffan Valdemar Holm, Nora Schlocker und Markus Heinzelmann die neue Spielzeit an beiden Häusern. Am Jungen Schauspielhaus unter der neuen Künstlerischen Leitung von Barbara Kantel sind insgesamt drei der Auftaktpremieren zu erleben. Mit dem Familienstück Peter Pan präsentiert sich das Junge Schauspielhaus im Großen Haus.
Der Spielzeitauftakt wird eingerahmt von dem Theaterfestival Willkommen! und dem australischen Performance-Projekt The Democratic Set.
The Democratic Set der australischen Theatergruppe Back to Back Theatre unter der Leitung von Bruce Gladwin lädt alle jungen Düsseldorfer und ihre Eltern ein, selbst Teil des Auftakts zu werden. Es entsteht ein Film, der am 6. November 2011 im Rahmen des Willkommen! Festivals uraufgeführt wird. Anmeldung ab sofort. Information und Anmeldung bei Julius Metzger, Telefon: 0211.85 23 137 (10 bis 15 Uhr) oder: democratic.set@duesseldorfer-schauspielhaus.de
Am 25. Oktober 2011 beginnt Willkommen! - ein dreizehntägiges Theaterfestival mit sechs Gastspielen aus vier Ländern. Vorallem die Produktion Clash vom Deutschen Theater Berlin ist für junge Zuschauer interessant: Der viel gelobte Regisseur Nurkan Erpulat, neuer Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus, hat mit 16 Berliner Jugendlichen zwei Klassiker der Trashkultur zu einem unterhaltsam-anspruchvollen Stück verarbeitet.

