Architektur

Düsseldorfer Schauspielhaus in Zahlen zum Download:
DSCH in Zahlen Stand2011.pdf

Das Düsseldorfer Schauspielhaus wurde von dem Architekten Bernhard Pfau entworfen und 1970 für das Publikum eröffnet. Die Grundrissdisposition weist eine kurvenreiche Linienführung auf; der skulpturale Baukörper, in der Höhe gestaffelt, ist eingeteilt in ein Großes Haus mit damals ca. 900 (heute ca. 760) Zuschauerplätzen und ein Kleines Haus mit bis zu 300 Plätzen. Hinter der geschwungenen, weißen Blechverkleidung der Fassade befinden sich auch das Bühnenhaus, das den höchsten Teil des Bauwerks darstellt, die Hauptbühne sowie weitere Nebenbühnen. Die wellenförmige, organisch-abstrakte Formensprache des Gebäudes erinnert an Metamorphose, an den Wandlungsprozess der Natur, läßt aber auch an einen überdimensionalen (Theater-)Vorhang denken. Reizvoll ist der Kontrast mit dem benachbarten Drei-Scheiben-Hochhaus des Architekten Fritz Eller, in dessen Glasfassade sich das Schauspielhaus spiegelt.

Bernhard Pfau wurde am 1. Juni 1902 in Mainz geboren. 1916 begann er ein Studium an der Großherzoglichen Hessischen Kunstgewerbeschule Mainz, welches er nach dem Tod des Vaters und den damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten der Familie durch die Hilfe eines Großindustriellen beenden konnte. Nach dem Studium ging er auf „Wanderschaft“, die ihn zuerst auf Einladung von Prof. Dr. Bruno Paul nach Berlin, später nach Italien, in die Schweiz und schließlich nach Wien führte, wo er mit Otto Wagner und Joseph Hoffmann zusammenarbeitete.

Zurück in Deutschland, holte Emil Fahrenkamp Pfau Ende der 1920er Jahre nach Düsseldorf. In dieser Stadt, in der er den Großteil seines weiteren Lebens verbringen sollte, machte sich Pfau 1930 als Architekt selbstständig und setzte in seinem frühen Schaffen schwerpunktmäßig Akzente im Ladenumbau und der Errichtung von Wohn- und Geschäftshäusern. Nach 1933 erhielt Pfau als Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und der Reichskulturkammer einzelne Aufträge in der Wohnungsarchitektur und einige Großaufträge für die Rüstungsindustrie und das nationalsozialistische Fliegerkorps.

Zwischen 1938 und 1940 plante Pfau die Projekte für die Verwaltungsgebäude der türkischen Zuckerfabriken in Ankara und Eskişehir. 1941 als Privatarchitekt zur Luftwaffe eingezogen, wurde Bernhard Pfau nach Kriegsende in Frankreich verhaftet und interniert. Seiner Rückkehr nach Düsseldorf folgte die Gründung des „Düsseldorfer Architektenrings“, der sich gegen die Planungsabsichten der Stadt Düsseldorf für den Wiederaufbau der Stadt aussprach. In die Nachkriegszeit fällt die produktivste Phase seines architektonischen Schaffens, in der seine bekanntesten Werke, wie zum Beispiel das Haus der Glasindustrie, das Jugendhaus und das VHS-Studienhaus entstanden. Bis Mitte der 1980er Jahre war Bernhard Pfau als Architekt tätig. Er starb am 30. Juli 1989 in Düsseldorf.

Gustaf Gründgens Platz mit Drei-Scheiben-Haus und Schauspielhaus, Foto: Grauert
Gustaf Gründgens Platz mit Drei-Scheiben-Haus und Schauspielhaus, Foto: Grauert
Baustelle Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Baustelle Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Düsseldorfer Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Hofgartenseite), Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Hofgartenseite), Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Foyer Großes Haus), Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Foyer Großes Haus), Foto: Lore Bermbach
Baustelle Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Baustelle Schauspielhaus, Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Zuschauerraum Großes Haus), Foto: Lore Bermbach
Schauspielhaus (Zuschauerraum Großes Haus), Foto: Lore Bermbach
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